US-Ärzte behandeln online

Tom Ulmer am 04.02.2009 um 16:18

Anstatt Hausbesuche zu machen, setzen sich in den USA die Online-Beratungen immer mehr durch. Laut Studie des New Yorker Marktforschungsunternehmens “Manhattan Research” stieg die Zahl der Hausärzte mit Online-Beratung auf über 31 Prozent!

Die Patienten können sich standortunabhängig und mit weniger Zeitaufwand behandeln lassen. Aber auch für die Ärzte ergeben sich Vorteile. Die stundenlangen Autofahrten erübrigen sich mit dieser Art des Praktizierens. In Form von virtuellen Sprechstunden wird auf die Krankheiten eingegangen. Sobald diese jedoch über Standarderkrankungen hinausgehen, kann eine persönliche Behandlung nicht mehr ersetzt werden. Die häufigsten Beschwerden gehen von Akne, Asthma und Depressionen über Grippe und Harnwegsentzündungen bis zu Schlafstörungen und Schwindel.

Neben den offensichtlichen Vorteilen sind auch die Kosteneinsparungen erheblich: eine Internetsprechstunde kostet umgerechnet etwa 16 Euro im Vergleich zum Praxisbesuch mit bis zu 54 Euro.

Medizinportale schießen ja auch in Europa aus dem Boden wie die Pilze. Viele Angebote kratzen dabei an der Grenze zur Seriosität oder sind hauptsächlich zu Werbezwecken da, wie n-tv.de schreibt. Aber es gibt auch schon eine sehr große Menge an geprüften Angeboten. Unter “Patienten-information.de“ findet sich bereits eine Vielzahl an Einträgen. Jeder dritte Deutsche sucht im Internet laut BITKOM schon medizinischen Rat. Individuelle Beratungen über das Internet sind jedoch in Deutschland aufgrund der bestehenden Berufsordnung gänzlich verboten. Die Betreiber der Gesundheitsportale übernehmen deshalb auch keine Haftung, weil sie ja offiziell keine Diagnosen stellen.

Die Amerikaner sind uns also im Punkt Online-Behandlung (wieder mal) voraus. Wie sich das Thema bei uns weiterentwickeln wird, werden wir gespannt mitverfolgen.

 

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