Cyberchondrie – Hypochonder online

Constance Stickler am 21.04.2009 um 14:54

Der Begriff „Cyberchondrie“ wurde vom US-Psychiater Brien A. Fallon geprägt und steht für Hypochondrie im Internet: Menschen, die stundenlang nach Symptomen suchen und sich durch die Suchergebnisse in ihrer Furcht bestätigt sehen, an einer schlimmen Krankheit zu leiden.

Cyberchondrie

Und zu finden gibt es allemal was: für „Schnupfen“ finden sich via Google über eine Million Treffer, für „Distorsion“ (Verrenkung) sogar 1,8 Millionen. Was mit harmlosen Wehwehchen wie Kribbeln in den Fingern oder Kopfschmerzen anfängt, führt über ein paar Klicks zu Multipler Sklerose und Hirnhautentzündung. Einer Studie von Microsoft zufolge machen sich v.a. Menschen mit geringen medizinischen Vorkenntnissen zu schnell zu viele Sorgen um ihre Gesundheit.

Dr. Gaby Bleichhardt von der Universität Marburg beschwichtigt im Gespräch mit NetDoktor.de – „das Internet allein macht keine Hypochonder“; damit eine tatsächliche psychische Störung entsteht, müsse bereits eine Ängstlichkeit oder die Anlage dazu existieren. In Deutschland hat 2007 schon jeder Dritte mindestens ein Mal pro Monat im Internet nach Gesundheitsinformationen gesucht, das sind 9 Prozent mehr als noch 2005. Die meisten Patienten gehen jedoch nach dem Ausflug in die Welt der Online-Selbstdiagnosen lieber auf Nummer sicher und lassen sich dann aber vom Arzt ihres Vertrauens über die wirkliche Ursache der Symptome aufklären.

 

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