Sie suchen: 50+

Generation 50+ erobert Facebook

Logo_Facebook

Ältere Nutzer der Generation 50+ haben einen stärkeren Bezug zu neuen Kommunikationstechnologien als bislang angenommen. Aktuellen Zahlen des Webportals Inside Facebook zufolge erzielt die Social-Networking-Community derzeit in den USA die höchsten Userzuwachsraten bei Frauen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Die Zahl der entsprechenden Mitglieder von Facebook ist demnach von 30. September 2008 bis zum 1. Februar dieses Jahres um unglaubliche 175 Prozent in die Höhe geschnellt.

In Deutschland macht diese Gruppe zwar nur etwa 3% der Gesamtnutzer aus, “die Tendenz geht hier aber klar nach oben”, so Ingma Zastrow, Betreiber des auf ältere Internetnutzer spezialisierten Seniorenportals www.seniorenportal.de. “Ich gehe aber davon aus, dass dieser Trend nach den USA auch in Deutschland ankommen wird. Schließlich ist es bereits jetzt schon bemerkbar, dass die ältere Nutzerschaft auch bei uns im Web stark im Kommen ist.” Natürlich gebe es aber auch heute noch vereinzelt Senioren, die sich überhaupt nicht mehr für die neue Technik begeistern können – das sei mittlerweile aber eindeutig die Ausnahme.

Constance Stickler am 16.03.2009 um 14:43 Uhr

Wie darf man ältere Menschen nennen?

Auf dem Usability Day VI (2008) an der Fachhochschule Vorarlberg ist mir etwas des Öfteren aufgefallen: die Unsicherheit mit der Bezeichnung der älteren Menschen. Der uDay lief zwar selbst unter dem Titel: “Seniorengerechte Schnittstellen zur Technik”, Senioren wollen aber nicht so bezeichnet werden, wie ich immer wieder höre. In der Eröffnungskeynote sprach Prof. Dr. Ernst Pöppel (wissenschaftlicher Leiter des Generation Research Program/ Vorstand des Instituts für med. Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München) ebenso darüber wie Dr. Stefan Allgäuer (Geschäftsführer des Institut für Sozialdienste)in der abschließenden Keynote. Prof. Pöppel bezeichnete die älteren Menschen als “Generation Plus”, zu denen er sich selbst auch zählt (er ist 68 Jahre jung). Dr. Allgäuer sprach über Barrieren im Kopf im Zusammenhang mit Alter und schmunzelte bei Bezeichnungen wie“Silversurfer” oder “Die neuen Alten”. Mit einem Augenzwinkern klassifizierte er die Generation Plus nach Graden der Mobilität durch“Go-Goes”, “Slow-Goes” und “No-Goes” ;-)

Wenn ich meine Eindrücke vom uDay zu diesem Thema zusammenfasse, ergibt sich in etwa dieses Bild:

  • Ältere Menschen fühlen sich generell nicht so alt wie sie laut Geburtsurkunde sind.
  • Das Alter liegt für die meisten Menschen (egal in welchem Alter) in der Zukunft.
  • Alter wird meistens mit Gebrechen, Einschränkungen, Rückzug, Einsamkeit, Defizit in Verbindung gebracht.
  • Wir wollen alle alt werden, aber nicht alt sein.

Da wir aber einige der bekannten Bezeichnungen für die Generation Plus (ich schließe mich hier Prof. Pöppel an, die Umschreibung finde ich eine der sympathischeren) stark mit dem Alter in Verbindung bringen, liegt es nahe, dass ältere Menschen nicht so bezeichnet werden wollen.

Grafik_Akzeptanz von Bezeichnungen für Senioren

Quelle: SeniorenMarkt.de

Eine aktuelle Studie von SENIORRESEARCH (2008) setzt sich mit den Bezeichnungen für Senioren auseinander. Die Studie zeigt einige (für manchen Werbetreibenden wohl überraschende)Erkenntnisse auf, die teilweise früher schon von Umfragen auf dem Seniorenportal Feierabend.de bestätigt wurden :

  • Der Begriff Seniorenwird mit steigendem Alter eher akzeptiert (ab 65+)
  • Anglizismen kommen unabhängig vom Alter nicht gut an
  • Best Ager“, eine im Marketing oft verwendete Bezeichnung für die 50 bis 65-Jährigen, wird eher abgelehnt (besonders die Altersgruppe 70+ klassifizierte den Begriff häufig mit “völlig unsympathisch)
  • Ruheständler” und “im mittleren Alter” kommt bei 70+ verhältnismäßig gut an
  • Hochbetagte” und “die Alten” rangiert gemeinsam mit “Best Ager” am hinteren Ende der Beliebtheitsskala
  • Für unterschiedliche Altersklassen differiert die Sympathie einzelner Begriffe stark

Somit geht auch klar hervor, dass bei Verwendung von Bezeichnungen für die Gruppe von älteren Menschen gerade im Marketing entsprechendes Feingefühl notwendig ist (z.B. bei Ansprache der Zielgruppe oder bei Produktbezeichnungen).

Oft stelle ich entweder eine spürbare Unsicherheit bei denWerbetreibenden in diesem noch wenig erschlossenen Markt fest, oderhabe den Eindruck, es sind nur 14 bis 49-Jährige interessant. Mit Blickauf die Liquidität dieses Segments (Prof. Pöppel sprach von 100 Mrd. €allein für Deutschland) sollte sich beides aber recht bald ändern…

Tom Ulmer am 17.02.2009 um 16:33 Uhr