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Warum Diäten nicht funktionieren, Teil 2 – Ich bin auf Diät, was passiert da im Körper?


Schauen wir uns einmal diese Reduktionsdiäten genauer an. Das Prinzip ist einfach und verständlich. Ich esse weniger als bisher oder reduziere die Kalorienmenge durch Ersatzmahlzeiten. Im Idealfall nehme ich weniger Energie zu mir, als ich über den Tag verbrauche. Energie wird einerseits verbraucht durch den Grundumsatz (die Energie, die vom Körper benötigt wird, um den Organismus am Leben zu erhalten) und zum anderen durch den Leistungsumsatz (durch körperliche Aktivität). Grundumsatz und Leistungsumsatz zusammen ergeben den Gesamtumsatz.

Was geht im Körper ab, wenn er weniger Energie über die Nahrung zur Verfügung hat, als er benötigt? Er greift auf seine Reserven zurück. Hey, das klingt ja super! Denn unsere Fettreserven wollen wir ja loswerden! Aber Achtung: der Körper verfügt leider (oder zum Glück – evolutionstechnisch gesehen) über mehrere Systeme, um Energie zu speichern und in “Notzeiten” wieder zur Verfügung zu stellen. Eine Diät ist so eine Notzeit für den Körper.

Was passiert also bei einer Diät bzw. einem Energiedefizit? Und wann greift der Körper auf die Fettpolster zurück, die wir endlich loswerden wollen?

Für den Körper dreht sich energiespezifisch erstmal alles um Zucker. Das ist der primäre Energieträger. Essentiell besonders für unser Gehirn. Es verbrauch 75% des gesamten Zuckers!

Deshalb greift der Körper bei Energiebedarf als erstes auf den Zucker im Blut zurück. Ist dieser verbraucht, weil er nicht durch zuckerhaltige (kohlenhydrathaltige) Mahlzeiten ersetzt wird, kommt das nächste System zum Einsatz: die Verwertung von Glykogen (auch eine Art Zucker, gespeichert in Leber und Muskeln). Ist diese Energie ebenfalls verbraucht, holt sich der Körper den notwendigen Zucker aus Aminosäuren, also aus unseren Muskeln, die er abbaut und in Zucker umwandelt (Glukoneogenese). Zuletzt greift der Körper dann endlich auf die Fettdepots zurück. Und das aber nur, wenn kein Zucker zur Verfügung steht, oder – wenn durch Bewegung die Fettverbrennung angeregt wird. Das passiert bei moderater Intensität schon nach ein paar Minuten. Durch hungern alleine jedoch erst nach ein paar Tagen!

Wenn also im Zuge einer Diät die Kilos auf der Waage purzeln, ist das meistens noch kein Grund, sich zu freuen. Man hat vermutlich primär Wasser und Muskelmasse verloren, ein klein wenig Fett vielleicht auch. Doch es kommt noch schlimmer! Nicht nur, dass der Stoffwechsel im Zuge einer Diät sowieso schon herunter fährt, um Energie zu sparen. Der Grundumsatz sinkt zusätzlich durch den Verlust der Muskeln. Essen wir nach der Diät gleichviel wie vorher, werden wir zwangsläufig dicker als zuvor.

Wer also mit dem Gedanken spielt, eine Diät zu machen um sein Gewicht zu reduzieren, nach der Diät aber keine Änderungen im Lebensstil vornehmen möchte, z.B. die Ernährung langfristig überdenken und ändern und/oder regelmäßige Bewegung zur Normalität werden lassen, kann die Diät ebenso gleich sein lassen. Der Erfolg wäre – wenn überhaupt – nur von kurzer Dauer. Danach schlägt gnadenlos der Jojo-Effekt zu.

Fazit: Diäten sind allesamt unwirksam (langfristig betrachtet). Punkt.


Teil 1 des Artikels: Ausgangssituation Übergewicht

Teil 3 des Artikels: nützliche Tipps zum nachhaltigen Abnehmen

Tom Ulmer am 22.03.2012 um 10:04 Uhr

Warum Diäten nicht funktionieren, Teil 1 – Ausgangssituation Übergewicht

Waage bittet um Hilfe

Fast jeder hat in seinem Leben schon mal eine Diät  ausprobiert. Schließlich wollen wir gut aussehen, wieder “in Form kommen”, nach längerer Zeit unsere Lieblingsklamotten aus dem Schrank holen oder in der Badesaison eine gute Figur machen. Man könnte sagen, wir sind kosmetisch motiviert.

In einigen Fällen zwingt uns vielleicht sogar die Gesundheit zum abnehmen. Übergewicht belastet nämlich das Herz, den Bewegungsapparat und die Lunge. Daraus entstehen Gesundheitsrisiken. Krankheiten, die bei Übergewicht vermehrt auftreten können sind z.B.:

  • Diabetes
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Krebs
  • Arthrose (Gelenksabnutzung)
  • Atmungserkrankungen
  • Verringerte Fruchtbarkeit

Also abspecken, aber wie?

Auf der Suche nach der erfolgversprechendsten Diät stolpert man über die verschiedensten Formen, z.B.: Reduktionsdiäten oder Null-Diäten. “Reduktion” kann dabei die gesamte Nahrungszufuhr betreffen oder nur einen Makronährstoff, wie Kohlenhydrate oder Fette. Man spricht dann von Low Carb, oder Low Fat. Andere Diäten betonen einzelne Lebensmittel besonders (z.B. Kartoffel-, Apfel-, Milch-Semmel-Diät), und die Formula-Diäten ersetzen Mahlzeiten durch Diät-Pulver bzw. Shakes. Es gäbe noch etliche weitere Arten…

Mit welcher Diät nehme ich also am schnellsten ab? Welche ist denn nun die “beste Diät”?

Die Antwort ist ernüchternd: es gibt keine beste Diät. Viele Studien kommen nämlich zu dem Ergebnis, dass nicht die Art der Diät entscheidend ist, sondern für eine Gewichtsreduktion lediglich eine negative Energiebilanz notwendig ist. Was nichts anderes bedeutet, als dass man weniger Kalorien zu sich nimmt, als man über den Tag verbraucht. Egal mit welcher Diät.


Teil 2 des Artikels: Gewichtsabnahme durch Diät – was passiert da im Körper?

Teil 3 des Artikels: nützliche Tipps zum nachhaltigen Abnehmen

Tom Ulmer am 20.03.2012 um 21:33 Uhr