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Cyberchondrie – Hypochonder online

Der Begriff „Cyberchondrie“ wurde vom US-Psychiater Brien A. Fallon geprägt und steht für Hypochondrie im Internet: Menschen, die stundenlang nach Symptomen suchen und sich durch die Suchergebnisse in ihrer Furcht bestätigt sehen, an einer schlimmen Krankheit zu leiden.

Cyberchondrie

Und zu finden gibt es allemal was: für „Schnupfen“ finden sich via Google über eine Million Treffer, für „Distorsion“ (Verrenkung) sogar 1,8 Millionen. Was mit harmlosen Wehwehchen wie Kribbeln in den Fingern oder Kopfschmerzen anfängt, führt über ein paar Klicks zu Multipler Sklerose und Hirnhautentzündung. Einer Studie von Microsoft zufolge machen sich v.a. Menschen mit geringen medizinischen Vorkenntnissen zu schnell zu viele Sorgen um ihre Gesundheit.

Dr. Gaby Bleichhardt von der Universität Marburg beschwichtigt im Gespräch mit NetDoktor.de – „das Internet allein macht keine Hypochonder“; damit eine tatsächliche psychische Störung entsteht, müsse bereits eine Ängstlichkeit oder die Anlage dazu existieren. In Deutschland hat 2007 schon jeder Dritte mindestens ein Mal pro Monat im Internet nach Gesundheitsinformationen gesucht, das sind 9 Prozent mehr als noch 2005. Die meisten Patienten gehen jedoch nach dem Ausflug in die Welt der Online-Selbstdiagnosen lieber auf Nummer sicher und lassen sich dann aber vom Arzt ihres Vertrauens über die wirkliche Ursache der Symptome aufklären.

Constance Stickler am 21.04.2009 um 14:54 Uhr

Generation 50+ erobert Facebook

Logo_Facebook

Ältere Nutzer der Generation 50+ haben einen stärkeren Bezug zu neuen Kommunikationstechnologien als bislang angenommen. Aktuellen Zahlen des Webportals Inside Facebook zufolge erzielt die Social-Networking-Community derzeit in den USA die höchsten Userzuwachsraten bei Frauen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Die Zahl der entsprechenden Mitglieder von Facebook ist demnach von 30. September 2008 bis zum 1. Februar dieses Jahres um unglaubliche 175 Prozent in die Höhe geschnellt.

In Deutschland macht diese Gruppe zwar nur etwa 3% der Gesamtnutzer aus, “die Tendenz geht hier aber klar nach oben”, so Ingma Zastrow, Betreiber des auf ältere Internetnutzer spezialisierten Seniorenportals www.seniorenportal.de. “Ich gehe aber davon aus, dass dieser Trend nach den USA auch in Deutschland ankommen wird. Schließlich ist es bereits jetzt schon bemerkbar, dass die ältere Nutzerschaft auch bei uns im Web stark im Kommen ist.” Natürlich gebe es aber auch heute noch vereinzelt Senioren, die sich überhaupt nicht mehr für die neue Technik begeistern können – das sei mittlerweile aber eindeutig die Ausnahme.

Constance Stickler am 16.03.2009 um 14:43 Uhr

Sind Sie krank?

Und ist Ihnen dazu noch fad? Dann gibt’s jetzt auch dazu die passende Internetseite. Auf whoissick.org gibt man den eigenen Standpunkt ein und dazu noch, an welchen Symptomen man leidet (z.B. Rotznase, Husten oder Fieber). Die gesammelten Daten werden dann auf einer Landkarte angezeigt:

Map_Sind sie krank

Dann weiß auch jeder noch Gesunde genau, wo er sich was am leichtesten einfängt.

Constance Stickler am 04.03.2009 um 16:18 Uhr

US-Ärzte behandeln online

Anstatt Hausbesuche zu machen, setzen sich in den USA die Online-Beratungen immer mehr durch. Laut Studie des New Yorker Marktforschungsunternehmens “Manhattan Research” stieg die Zahl der Hausärzte mit Online-Beratung auf über 31 Prozent!

Die Patienten können sich standortunabhängig und mit weniger Zeitaufwand behandeln lassen. Aber auch für die Ärzte ergeben sich Vorteile. Die stundenlangen Autofahrten erübrigen sich mit dieser Art des Praktizierens. In Form von virtuellen Sprechstunden wird auf die Krankheiten eingegangen. Sobald diese jedoch über Standarderkrankungen hinausgehen, kann eine persönliche Behandlung nicht mehr ersetzt werden. Die häufigsten Beschwerden gehen von Akne, Asthma und Depressionen über Grippe und Harnwegsentzündungen bis zu Schlafstörungen und Schwindel.

Neben den offensichtlichen Vorteilen sind auch die Kosteneinsparungen erheblich: eine Internetsprechstunde kostet umgerechnet etwa 16 Euro im Vergleich zum Praxisbesuch mit bis zu 54 Euro.

Medizinportale schießen ja auch in Europa aus dem Boden wie die Pilze. Viele Angebote kratzen dabei an der Grenze zur Seriosität oder sind hauptsächlich zu Werbezwecken da, wie n-tv.de schreibt. Aber es gibt auch schon eine sehr große Menge an geprüften Angeboten. Unter “Patienten-information.de“ findet sich bereits eine Vielzahl an Einträgen. Jeder dritte Deutsche sucht im Internet laut BITKOM schon medizinischen Rat. Individuelle Beratungen über das Internet sind jedoch in Deutschland aufgrund der bestehenden Berufsordnung gänzlich verboten. Die Betreiber der Gesundheitsportale übernehmen deshalb auch keine Haftung, weil sie ja offiziell keine Diagnosen stellen.

Die Amerikaner sind uns also im Punkt Online-Behandlung (wieder mal) voraus. Wie sich das Thema bei uns weiterentwickeln wird, werden wir gespannt mitverfolgen.

Tom Ulmer am 04.02.2009 um 16:18 Uhr