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Wii Fit und Wii alt sind Sie?

Wii Fit

Nintendo erobert mit der Wii Spielkonsole die Wohnzimmer von Gelegenheitsspielern jeglichen Alters und Geschlechts. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im einzigartigen und intuitiven Bedienkonzept (siehe auch Beitrag zur Wii Spielkonsole).

Als innovative Ergänzung zur Konsole ist Wii Fit seit April 2008 auch in Europa erhältlich. Wii Fit kommt im Bundle mit Software und dem sogenannten Balance Board, einer Art Körperwaage. Drucksensoren in diesem Board stellen kleinste Gewichtsverlagerungen fest. Damit ist das Grundprinzip der Steuerung auch schon erklärt. Durch bewusstes Verschieben des Körperschwerpunktes werden die Spiele und Übungen gesteuert.

Nachdem ich meine Spielfigur gewählt und einige Daten eingegeben habe (z.B. Geburtsdatum und die Körpergröße zur Berechnung des BMI) startet das Programm mit dem Basistest. Die anschließende Bewertung erfolgt in Form meines Wii-Fit-Alters: 43 Jahre (acht Jahre mehr als lt. Geburtsurkunde). Für mich als sportlichen Menschen ein ernüchterndes Ergebnis. Immerhin liegt mein BMI gerade noch im grünen Bereich.

Die Übungen und Spiele werden in vier Kategorien unterteilt: Muskelübungen, Yoga, Aerobic und Balance-Spiele. Wie das dann aussieht, zeigt am besten ein Video:

Mit einiger Übung konnte ich dann mein Wii-Fit-Alter bereits auf 28 Jahre drücken. Da ist aber noch mehr drin!

Besonders gut gefallen hat mir:

  • Das Programm ist sehr motivierend und macht Spaß (z. B. eigene oder fremde Rekorde zu brechen).
  • Durch regelmäßiges Trainieren werden nach und nach neue Disziplinen und Schwierigkeitsgrade freigeschaltet.
  • Durch Training kann spürbar der Gleichgewichtssinn und das Körpergefühl verbessert werden; das zeigt sich dann in besseren Bewertungen bei den einzelnen Disziplinen und Spielen.
  • Man spielt und hat das Gefühl, etwas für die Gesundheit zu tun (Bewegung).
  • Ziele können definiert werden; Fortschritte werden gelobt, Rückschritte analysiert (Frage-und-Antwort-System) und Tipps gegeben.
  • Die Kommunikation des Programmes ist witzig und motivierend. Drei Typen von Avatar bzw. Coach geben mir Feedback oder Instruktionen: ein virtueller Trainer/Trainerin (Übungsausführungen), das animierte Balance-Board (Fitness- und Körpertests) und das Schweinchen Fit (trainierte Zeit).

Weniger gut fand ich:

  • Die Basis für Ziele ist nur der BMI (zu ungenau, Statur und Muskelmasse werden nicht berücksichtigt. Warum sind nicht auch Ziele für Körperbeherrschung und Gleichgewicht möglich?) .
  • Gemeinsames Spielen ist nur bei wenigen Disziplinen möglich (nur beim Jogging); gerade das gemeinsame Spielen macht aber am meisten Spaß und integriert soziale Komponenten (”gemeinsam statt einsam vor der Konsole sitzen”).
  • Weniger gut geeignet als Party-Spiel (das Anlegen der Spielfigur und der grundlegende Fitness-Test dauern schon zwischen fünf und 15 Minuten pro Spieler, der Wechsel zwischen Spielern ist zeitintensiv).
  • Die Übungen werden teilweise zu wenig genau erklärt. Wird kein sportliches oder anatomisches Hintergrundwissen mitgebracht, könnten sich bei einigen Übungen Haltungsfehler einschleichen.
  • Es besteht durchaus Verletzungsgefahr bei ungeübten Personen, besonders bei Muskelübungen und Yoga (in diesem Bericht empfiehlt Dr. Hartl, vor der Benutzung von Wii Fit einen Arzt aufzusuchen und gibt zu Bedenken, dass falsch ausgeführte Übungen auch schaden können).
  • Das Programm kann überlistet werden. Beim Jogging z. B. haben die Nachbarskinder (meine Tester) schnell bemerkt, dass nicht das Laufen sondern das schnelle Schütteln des Kontrollers zum Erfolg in der Disziplin führt.
  • Die Genauigkeit der Waage lässt zu wünschen übrig. Ich habe laut Wii Fit innerhalb eines Tages
    1,5 kg abgenommen, während meine Badezimmerwaage nur eine kleine Gewichtsschwankung verzeichnete.

Nintendo schafft es mit Wii Fit zwar nicht wirklich, uns jünger zu machen. Aber Curd Jürgens hat schon gesagt: “Alles was Spaß macht, hält jung.” Und das kann ich bestätigen: Spaß macht Wii Fit!

Tom Ulmer am 25.02.2009 um 08:43 Uhr

Nintendo Wii begeistert Senioren

Wii ist der Name einer Spielkonsole von Nintendo mit einem neuartigen Bedienkonzept. Die Steuerung erfolgt über einen Controller mit eingebautem Beschleunigungssensor. Damit können Hand- und Armbewegungen erfasst werden, was eine intuitive Steuerung von Spielen ermöglicht. In der Grundausstattung der Konsole ist eine Sammlung von Sportspielen enthalten, welche dieses Konzept konsequent aufgreifen. So wird beim Tennis durch die Armbewegung Vor- und Rückhandspiel möglich und man kann Geschwindigkeit, Höhe und Spin des Balls bestimmen. Man bewegt den Controller wie einen Tennisschläger. Ebenso gleicht beim Bowling der Bewegungsablauf der echten Sportart, inklusive Anlauf, wenn man will. Wie das genau aussehen kann, zeigt der Wii-Trailer:

Dieses Bowling ist es auch, das derzeit in vielen Seniorenheimen für Spaß und Bewegung sorgt. In den USA werden gar Senioren-Turniere abgehalten. Eine 84-jährige Dame hat jüngst eines dieser Turniere gewonnen, wie die OÖNachrichten schreiben. Auch die Amerikanische Rentnervereinigung verzeichnet zunehmend ältere Konsolenspieler.

Nicht nur zum Spaß, auch für therapeutische Zwecke wird die Wii eingesetzt. In fünf münchner Seniorenheimen wurde eine Wii-Bowling-Meisterschaft ausgetragen, initiiert von zwei Sozialarbeitsstudenten. Die Konsole wurde dabei auch mit Demenzkranken eingesetzt, um zu sehen, ob damit soziale Schranken überwunden werden können. Auch das Training der motorischen und geistigen Fähigkeiten ist Ziel dieses Projekts. Trotz anfänglicher Skepsis bei den Heimbewohnern war das Interesse und die Begeisterung enorm. Viele können sich die Wii gar als Alternative zu den Karten- und Brettspielen vorstellen.

Obwohl das Bewegungspensum bei diesen Spielen beachtlich ist – ich konnte mich selbst davon überzeugen, inklusive leichtem Muskelkater am Folgetag – taugt das System leider nicht zum Abspecken, wie ein Spielemagazin schreibt. Das Resultat der Studie einer britischen Universität war, dass der typische Energieverbrauch von Wii-Spielern nur um ca. zwei Prozent höher im Vergleich zu Spielern anderer Konsolen liegt.

Die sportliche Betätigung kann also durch die Wii nicht ersetzt werden. Die Richtung stimmt jedoch. Das innovative Bedienkonzept kommt außergewöhnlich gut an und erschließt darüber hinaus neue Zielgruppen, wie Frauen und Senioren. Ob diese Plattform sich nun eignet, mit Spaß am Spiel auch gesünder und fitter zu sein, wird sich zeigen. Vielleicht ist das neue Fitnessboard von Nintendo, Wii Fit die Lösung? Mehr dazu gibt es hier in Kürze.

Tom Ulmer am 13.02.2009 um 09:25 Uhr