Intelligent wohnen und Energie gewinnen
Energie gewinnen, wenig verbrauchen, Kosten sparen: Ein Musterbeispiel für energieeffizientes Wohnen entsteht soeben in Hard, nahe dem Bodensee.
Die eigene Immobilie – nicht bloß ein Dach über dem Kopf, sondern für die meisten auch eine Altersvorsorge. Die beste Form der Geldanlage, sagen Finanzexperten. Und lohnend
vor allem dann, wenn die Nebenkosten niedrig, das Haus oder die Wohnung energieeffizient sind.
Energieeffizient. Ein Begriff, der schon länger durch die Welt des Wohnens geistert. Er hat zweifelsfrei mit Sparen zu tun. Wenig Energie, wenig Verbrauch, wenig Kosten. Ein Haus ist
dann energieeffizient, wenn mit möglichst wenig Kosten ein maximaler Nutzen entsteht. Ein Musterbeispiel für energieeffizientes Wohnen ist ein Plus-Energie-Haus. Eines der ersten in
Österreich entsteht gerade in Hard, nur 200 Meter vom Bodensee entfernt. »Energie sparen, Lebensqualität steigern«, lautet eines der Ziele von Daniela und Martin Brunn. Den
Entschluss, aus dem über 100 Jahre alten Elternhaus ein Haus der Zukunft zu errichten, fassten die Bauherren 2008. Insbesondere mit der außergewöhnlichen Energieeffizienz soll ein
Meilenstein im Hinblick auf nachhaltiges Wohnen gelegt werden.
Smart Metering
Nochmals zurück zur Energieeffizienz, in deren Zusammenhang immer öfter der Begriff Smart Metering auftaucht. Ein Smart Meter ist eine Art intelligenter Zähler, der digital, nicht
wie bislang analog, funktioniert. Der Verbraucher hat einen genauen Überblick über seinen Verbrauch von Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Jederzeit. Die oftmals böse Überraschung
bei der jährlichen Ablesung bleibt aus. Doch der Zähler mit IQ kann noch mehr. Etwa kommunizieren. Vom Verbraucher zum Versorger – und umgekehrt. Beispielsweise lassen sich die
Daten elektronisch ablesen. Oder das Versorgungsunternehmen kann die aktuellen (Spar-)Tarife zeitnah an den Verbraucher schicken. Eines der übergeordneten Ziele des Smart Meterings
ist es, die Energieeffizienz zu steigern und den Klimaschutz zu fördern. Der Smart-Meter-Nutzer soll für seinen Verbrauch sensibilisiert werden. Denn nur wer weiß, was er
tatsächlich verbraucht, kann auch sparen. Und wer den Smart Meter in Verbindung mit dem myVitali-System benutzt, weiß nicht bloß, wie viel er verbraucht, sondern auch wofür. Bei
Neubauten und Totalsanierungen ist die Integration eines Smart Meters seit 2010 sogar Pflicht. Mit einem intelligenten Zähler ist auch das Plus-Energie-Haus in Hard ausgestattet.
Energie wird hier aber nicht nur gespart, sondern in erster Linie gewonnen. Die auf dem Dach integrierte Photovoltaikanlage produziert mehr Energie als jährlich für den gesamten
Betrieb inklusive Raumwärme, Warmwasser, Haushaltsstrom und Beleuchtung notwendig ist. Mit dem erzeugten Strom ließen sich drei bis vier Haushalte versorgen. Selbst im ungünstigsten
Monat Dezember entsteht mehr Strom, als das Gebäude benötigt.
Wohnklima
Gewinnen statt sparen, lautet die Vorgabe ebenso in puncto Wohlbefinden. Etwa schafft eine Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ein angenehmes Wohnklima. So ist das Haus
rund um die Uhr mit der richtigen Menge an Frischluft versorgt, ohne dass die Bewohner ständig ans Lüften denken müssen. Die wenige Wärme, die das Gebäude noch benötigt, kommt
aus einem Stückholzofen. Damit die Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden dann nicht »von außen« beeinflusst wird, setzen die Bauherren auf eine größtmögliche Unabhängigkeit
von nicht erneuerbaren Energiequellen. Die Furcht von Preissteigerungen im Energiesektor ist hinfällig, vor Hochwasser übrigens auch. Geprägt von den Erinnerungen an die
Überflutung von 1999, als man das Haus ausschließlich per Boot erreichen konnte, wurde der maximale Hochwasserschutz zum Pflichtkriterium. Blickt Brunn in die Zukunft, sieht er die
wechselnden Nutzungsbedürfnisse der Bewohner als weitere Herausforderung. Alle 20 bis 30 Jahre gebe es hier im Schnitt eine Veränderung, daher lässt sich das Einfamilienhaus bei
Bedarf leicht in drei voneinander unabhängige Wohnungen oder in eine altengerechte Einliegerwohnung teilen. Ein weiteres Plus im Plus-Energie-Haus, welches das Energieinstitut
Vorarlberg sowie die myVitali AG als Projektpartner begleiten.


